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Skandinavien Reisebericht aktualisiert bis 4.8.11

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Endlich war es soweit und ich konnte meinen Trip am 1. August starten. Zwar später als geplant aber die Entwicklungen im Geschäft auf meine letzten Arbeitstage waren nicht vorhersehbar und ich habe es schlussendlich mit schwerem Herzen akzeptiert, dass eine Woche Ferien verloren gehen wird - was solls es gibt wichtigeres auf dieser Erde.

 

Am Morgen früh habe ich mich aus dem Bett gequält um meinen Easy Jet Flug Genf - Stockholm zu erwischen und oh Wunder, ich war rechtzeitig am Flughafen. Ich hatte bei Easy Jet die Option von 2 Gepäcksstücken zum Einchecken gewählt.

 

Ich bin davon ausgegangen, dass dies heisst 20 Kg pro Gepäcksstück. Da habe ich jedoch die Rechnung ohne die trümmligen Engländer gemacht, welche wieder einmal beweisen, dass logisches Denken nicht allen gegeben ist respektive im Empire auch zu den unseriösisten Geschäftspraktiken gegriffen wird, wenn es Umsatz bring. Ich habe zwar getan wie die Sau, musste aber schlussendlich doch 70.-- wegen übergewicht bezahlen. Für mich ist nun klar, das war der letzte Easy Jet Flug und ich rufe hier alle auf:

 

Boykottiert Easy Jet bis sich dieser obertrümmlige, halbschlaue Sauladen wieder benehmen kann!!

 

 

 

Sorry, ich bin sonst auch gegen Boykottdrohungen, aber eine solche Masche, die eine Beleidigung für den menschlichen Sachverstand ist, muss einfach sanktioniert werden.

 

Also, schlussendlich bin ich in Kopenhagen angekommen und habe mein Mietauto, ein grüner Ford Mondeo Heizölverbrenner, in Empfang genommen. Ich bin seit fast 20 Jahren kein Ford mehr gefahren und war positiv überrascht, die haben in dieser Zeit wirklich vorwärts gemacht und sogar das Heckschleudersymptom einigermassen in den Griff bekommen.

 

Also bin ich in Kopenhagen über die Brücke nach Schweden in Richtung Malmö losgedüst. Während der Fahrt hat sich das Wetter rapide verschlechtert und als ich auf der Höhe von Malmö ankamm, waren rund 2 cm Wasser auf der Fahrbahn und wäre ich aus dem Auto ausgestiegen, so wäre ich in sekundenschnell bis auf die Haut nass gewesen. Also habe ich mich entschlossen, Malmö links liegen zu lassen und weiter nach Växjö zu fahren, wo Freund Ola auf mich wartet. Während der Fahrt klärt sich das Wetter auf und als ich in Växjö ankomme haben wir wieder stahlblauen Himmel und Sonnenschein.

 

Kurz nachdem ich mich bei Ola gemeldet habe, taucht dieser im Mercedes Cabriolet auf und bestätigt auch sofort, dass man dies in Schweden im Sommer wirlich auch offen fahren kann ;-). Es wurde mir neben einer beträchtlichen Portion Alkohol auch schwedische Spezialitäten serviert wie, schwedischer Kaviar, Hering, Lachs und Rentier. Der krönende Hauptgang war ein Elchfilet -> Marie herzlichen Dank für grosse Arbeit, die Du hatest.

Ola hat mir sein Anwesen gezeigt und ich war schon erstaunt, was man für wenig Geld in Schweden bekommen kann. Tennisplatz, Indoorpool und ein riesiger Umschwung sind nur einige der Annehmlichkeiten davon. Von solchen Preisen können wir in der Schweiz wohl nur träumen.

 

Anschliessend hat uns Ola's ältere Tochter, wegen vorübergehender fahruntauglichkeit von Ola und mir, zurück ins Hotel gefahren.

 

Am folgenden Tag habe ich mich von Växjö – Jönköping – Linköping – Norrköping – Nyköping in Richtung Norden auf den Weg gemacht. Schöne Landschaften und einige kleine und schön bebaute Städtchen wurden durchfahren.

 

To be continued.................................

 

 

 

 

 

Nun bin ich bereits zwei Wochen unterwegs und kam nie dazu, wieder etwas auf meiner HP zu posten. Ich bin im Moment auf Svolvaer und warte auf die Fähre und habe deshalb 2 Stunden Zeit, wieder etwas zu schreiben. Anfangs August habe ich Euch versprochen, dass ich Euch mehr von dem Deutschen Obertouri erzählen werde, welche mich und die Fährgesellschaft verklagen will; Zuerst noch etwas zu meiner Visite in Stockholm.

 

Am 3. August bin ich in Stockholm eingefahren und die Stadt ist mir echt auch eingefahren. Die Bauwerke sind einmalig schön und das Wasser, welches die Stadt in verschiedene Inseln teilt, welche mit rund 70 Brücken verbunden sind, haben einen unglaublichen Charme. Da ich am Morgen relativ früh unterwegs war, habe ich sehr schnell einen Parkplatz gefunden und hatte nach etwas Mühe mit den schwedisch sprechenden Ticketautomaten es doch noch geschafft ein Ticket zu bekommen. Da es nach viel Marschieren aussah, habe ich meine brandneuen Treckingschuhe angezogen und mich auf den Weg gemacht.Während des Tages stellte sich heraus, dass ich die neuen Schuhe wohl besser einmal schon zu Hause angezogen hätte, dann wären mir die Blasen an den Füssen erspart geblieben.

 

Ich hatte ein Hotel im Stadtzentrum gebucht und habe dies nach einigem Kampf mit den Einbahnstrassen und Baustellen schlussendlich auch gefunden. Von meinen drei Hotelübernachtungen in Schweden war ich äusserst positiv überrascht und muss wirklich sagen, dass das Preis-Leistungsverhältnis mehr als in Ordnung ist. Hier noch etwas für die Schweizer Hoteliers: In Schweden, Finnland und Norwegen ist ein kostenloser WiFi Zugang Standard.

 

Am Zweiten Tag, war es mir wegen den Blasen an den Füssen nicht besonders nach Laufen zu Mute und ich den Morgen deshalb mit einem Hop-On/Hop-Off Boat Trip verbracht. Das sind Boote, welche immer wieder die gleiche Strecke fahren und man kann beidem Halt ein- oder aussteigen. Da mein Füsse wie Feuer brannten, habe ich diese Option sehr zu schätzen gewusst. Am Nachmittag habe ich mich auf den Weg zum Fährterminal gemacht für die Überfahrt nach Helsinki und da kam es, mein Erlebnis der dritten Dimension mit einem deutschen Touri.

 

So eine Fähre ist ein riesiger Tucker, in dem so einige Platz hat. Damit das Beladen auch innert nützlicher Frist und geordnet abgeht, sind so Jungs dort, die einem einweisen und ich wurde auf ein oberes Deck eingewiesen, bei welchem anschliessend die Auffahrt hochgezogen werden sollte, damit darunter weitere LKW Platz finden können. Ich habe es so getroffen, dass mein Auto gerade das Letzte auf dem Deck war und Platz war etwas Mangelware und deshalb hätten die Fahrzeuge nahe auffahren müssen.

 

Vor mir war ein DACIA LOGAN mit deutschen Nummernschildern und ich habe nur mitbekommen, wie der Fahrer zum Schiffspersonal sagte „Why are you so stupid?“, weil er ihn aufgefordert hat näher an das vordere Fahrzeug aufzufahren. Der Typ hatte eine Alte dabei, die schon auf Distanz äusserst penetrant aussah und noch eine Brut bestehend aus drei Kindern. An den Nummernschildern war zu entnehmen, dass das Auto bei www.autodiscount.de gekauft worden war, einem Laden, wenn man die Website besucht einzig den Text „it works“ zu sehen bekommt. Da wusste ich schon, Ärger liegt in der Luft. Ich bin dann mal ausgestiegen um meine Tasche aus dem Auto zu nehmen.

 

Da wurde ich vom Typen bereits angemacht, ich solle nicht näher an sein Auto fahren, während die ganze Familie noch damit beschäftigt war, das Zeugs zusammen zu packen, inkl. Kühlbox, weil das Restaurant ja etwas gekostet hätte und hat so den ganzen Betrieb aufgehalten. In der Zwischenzeit habe ich ein Gespräch mit dem Jungen von der Einweistruppe begonnen, welcher bereits äusserst genervt war und dann kam dieser Obertouri nochmals und fragte den Jungen nochmals „Why are you so stupid“. Da habe ich beschlossen, dass mir der Typ nun bereits genug auf den Sack gegangen ist und habe das Wort an ihn gerichtet und Ihm erklärt, dass niemand seinem DACIA einen Kratzer machen werde und ich könne sein Verhalten nicht ganz verstehen, denn schliesslich würden mich meine Ferien mehr kosten, als er für dieses Schmucktruckli ausgegeben hätte. Daraufhin habe ich ein Shut up zur Antwort bekommen und dann hat mich das Teufelchen gestochen und ich habe Ihm gesagt „Ich könne verstehen, dass er Sorge zu dem aus dem Harz IV Kindergeld finanzierten Auto mache und Sorge tragen wolle, ich persönlich würde mich jedoch schämen, wenn ich meinen Kindern nichts besseres bieten könnte“. Ich habe zwar keine Antwortbekommen, jedoch die Zornesröte, welche dem Typen ins Gesicht geschossen ist, hat die Richtigkeit meiner Annahme bestätigt.

 

Ich dachte für mich bereits, dass der Typ nun definitiv abgefertigt worden sei und sich zu benehmen wisse, aber weit gefehlt. Mein Auto stand mit den Hinterrädern immer noch auf dem Teil des Decks, das hochgezogen werden sollte, also musste mein Auto noch nach vorne gefahren werden. Der Junge hat mich an den DACIA hin gewinkt und plötzlich wirft sich der Obertouri zwischen die beiden Autos und ich habe das etwas spät realisiert, da meine Aufmerksamkeit den Zeichen des Jungen galt und bemerkt was passiert ist, habe ich erst als der Obertouri laut geschrien hat. Wegen der Dummheit des Typen, hat der sich zwischen seinem Schmucktruckli und meine vorderen Stossstange einquetschen las sen. Ich bin sofort zurückgefahren, obwohl die Versuchung einen falschen Gang einzulegen gross war. Zu mindestens hatte der Typ nichts gebrochen, aber natürlich ganz schöne Quetschungen davon getragen.

 

Perfekt und das an meinem dritten Urlaubstag. Zwischenzeitlich hat sich der Obertouri von seinen Schmerzen erholt und hat schon lauthals zu schreien begonnen er wolle mich und die Fährgesellschaft verklagen. Toll, die Überfahrt dauert 16 Stunden und wenn ich jetzt ein Wort Deutsch spreche, habe ich die penetrante Alte für 16 Stunden am Hals, welche mir die Birne volljaulen wird, also Entschluss gefasst – ich nur französisch und Englisch – aber ich will ein Unfallprotokoll unterzeichnet vom Lademeister des Schiffes. Nach langem Hin und Her ist dies schlussendlich auch erstellt worden und von allen beteiligten unterzeichnet worden.

 

Meine Kabine war sehr einfach zu finden, beim Karton mit den leeren Bierdosen links abbiegen. Die Jungs haben z.T. den Duty Free Shop gestürmt und sich dann das Zeugs in der Kabine hinter die Binde gegossen. Für skandinavische Verhältnisse ist der Alk auf dieser Fähre sehr günstig und deshalb ist das Zeugs auch literweise konsumiert worden. Ich war bis etwa Mitternacht in der Bar im Heck der Fähre und war bis dann der einzige Nichtbesoffene, naja, bin anschliessend schlafen gegangen.

 

Am nächsten Morgen war Helsinki in Sicht und habe die Stadt kurz besichtig. Die Stadt ist sehr provinziell und schnell überschaut.

 

 

 

Am nächsten Tag zuerst schönes Wetter und ich bin mit diversen Fotohalten nach Pori weitergefahren und bin spät abends dort auch angekommen. Da ich hundemüde war, bin ich direkt ins Hotel gegangen und wollte das malerische Städtchen am nächsten Morgen besichtigen. Am nächsten Morgen strömender Regen und ich habe beschlossen, meine Weiterfahrt nach Oulu zu starten.

 

Die Fahrt von Pori nach Oulu dauerte fast 8 Stunden und diese bei bleibendem strömenden Regen, mit wenigen Aufhellungen dazwischen.

 

 

 

Am nächsten Tag, an dem auch der Polarkreis überschritten werden soll, ist am Morgen strahlender Sonnenschein zu sehen. In der Umgebung von Rovaniemi ist er auch – der Polarkreis – und ich beschliesse mich für eine Polarwanderung.

 

In Finnland ist mein Sprachproblem nicht kleiner als in Schweden und ich habe bei einem Wegweiser interpretiert, dass die ausgeschilderte Wanderung ein Loop sei, welcher mich wieder zurück führen würde und die Länge war mit 9.5 Km angegeben. Während des vermeintlichen Loops habe ich nochmal die Möglichkeit einen weiteren Loop in der Länge von 5.5 Kilometer zu machen, wozu ich mich auch spontan entscheide. Nach dem zusätzlichen Loop komme ich wieder zurück auf den ursprünglichen Weg und ich folge den Schildern in Richtung Parkplatz. Am Parkplatz angekommen habe ich eine kurze Schrecksituation, kein Auto da! Ich habe nun gezwungenermassen mein logisches Denken eingeschaltet und das Ergebnis meiner Analyse war, dass der vermeintliche Loop, bei welchem der Wegweiser immer in zwei Richtungen gezeigt hat, der Polarkreis war und keine Wanderroute - ……………………………- also den gleichen Weg wieder zurück und aus der geplanten Kurzwanderung wurden somit immerhin 25 Km. Zum Glück ist Finnland eher flach und das ganze wurde nicht ganz so stressig wie in den Schweizer Bergen.

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